EV/FCF-Verhältnis: Alternative zum klassischen KGV

EV/FCF-Verhältnis: Alternative zum klassischen KGV

Unternehmenswert/Free Cash Flow versus Kurs-Gewinn-Verhältnis

von Jacques Collin


1. Das KGV

Am Kurs-Gewinn-Verhältnis (K/W) haben Sie möglicherweise Bedenken hinsichtlich der Kapitalisierungswert als de GewinneDenken Sie an Unternehmen mit viel Bargeld oder mit einem strukturell höheren Bargewinn als dem ausgewiesenen Nettogewinn.

Da überschüssiges Bargeld einen großen Teil der Marktkapitalisierung ausmachen kann, ist der Preisfaktor überbewertetDer Gewinnfaktor ist gleichzeitig unterbewertet, da der ausgewiesene Gewinn niedriger ist als der Cash-Gewinn. Das KGV erscheint zu hoch und verzerrt die Bewertung. Deshalb verwenden Analysten die K/W immer seltener.

a. Der Zähler

Kapitalisierungswert sollte eigentlich der aktuelle wirtschaftlicher Wert eines Unternehmens sollte den Preis widerspiegeln, den ein potenzieller Käufer derzeit zahlen würde.

In der Praxis geschieht dies nicht, weil zwei wirtschaftliche Realitäten fehlen: die ausstehenden langfristige Schulden (LT) und die beschikbaren Bargeld (einschließlich kurzfristiger Anlagen und liquider langfristiger Anlagen wie Aktien oder Anleihen).

Diese Faktoren beeinflussen den Kaufpreis erheblich. Zwei Unternehmen mit gleichem Kapitalisierungswert können einen unterschiedlichen Wert aufweisen, wenn ihre Schuldenlast und Liquiditätslage unterschiedlich sind.

De Unternehmenswert of Unternehmenswert (EV) ist daher definiert als: Kapitalisierungswert + langfristige Schulden (einschließlich des kurzfristigen Anteils) − verfügbare Liquidität.

Daher ist es realistischer und nützlicher, den Kapitalisierungswert durch den Unternehmenswert zu ersetzen, um Unternehmen mit unterschiedlicher Kapitalstruktur zu vergleichen.

b. Der Nenner

Gewinne sind empfindlich gegenüber Buchhaltungseingriffe (Zinsen, Zinssatzänderungen, einmalige Posten). Auch die Investitionen, die für den Fortbestand des Unternehmens notwendig sind, werden nicht berücksichtigt.

Wählen Sie daher eine reinerer StandardVon freier Cashflow (FCF). Das ist der Betrag an Barmitteln aus dem operativen Geschäft, der nach zu Zahlungen wurden geleistet und können daher frei verwendet werden (Reinvestition, Dividende, Schuldenabbau, Aktienrückkauf usw.).

Definition: FCF = operativer Cashflow − Investitionsausgaben (CAPEX).

Eine alternative Konstruktion:

  • Reingewinn
  • + Abschreibungen und Amortisationen
  • − Veränderung des Working Capital (Umlaufvermögen − kurzfristige Verbindlichkeiten)
  • - Investitionen in Sachanlagen

Der FCF kann auch aufgrund von Entscheidungen (z. B. Verschiebung von Investitionen) schwanken, bleibt aber zuverlässiger dann Nettogewinn.


2. EV/FCF-Verhältnis

Ersetzen Sie die K/W von der EV/FCF-Verhältnis. Wie das KGV zeigt auch das EV/FCF-Verhältnis, wie viele Jahre es dauert, bis sich die Investition amortisiert, wenn der FCF gleich bleibt – oder wie oft der Cashflow durch den Wert des wirtschaftlichen Vermögenswerts kapitalisiert wird.

Je niedriger der EV/FCF, desto interessanter. Werte unter 15 (und insbesondere unter 10) verdienen Aufmerksamkeit. Benjamin Graham verbindet mit einer erwarteten Wachstumsrate von 10 % bei 34 eine Sicherheitsmarge von etwa 15 %.

Das EV/FCF-Verhältnis zwingt Sie dazu, so zu denken, als ob Sie gesamtes Unternehmen kauftSchließlich stellt eine Aktie Eigentum dar.

Hinweis: Die Kennzahl ist für Wachstumsunternehmen mit niedrigem oder negativem Cashflow weniger aussagekräftig. Bewerten Sie in diesem Fall, ob aktuelle Investitionen später eine Rendite abwerfen. Arbeiten Sie vorzugsweise mit letzten zwölf Monate statt nur Jahreszahlen.


3. EV/FCF/G

Da EV/FCF wenig über das Wachstum aussagt, korrigiert man oft mit G (wachsen): EV/FCF geteilt durch die WachstumsrateDies ist die EV/FCF-Variante des bekannten PEG-Verhältnisses.

Faustregel (Peter Lynch): Eine Aktie ist fair bewertet, wenn das KGV ihrer Wachstumsrate entspricht. Dasselbe Prinzip gilt für das EV/FCF-Verhältnis.

  • PEG < 1: unterbewertet
  • PEG ≈ 1: richtig bewertet
  • PEG > 1,25: überbewertet

Beispiel: KGV = 25 und Wachstum = 25 % → PEG = 1. Steigt der Gewinn um 25 %, sinkt das KGV auf 20 und der Kurs steigt entsprechend. Bei einem PEG = 5 (KGV 50, Wachstum 10 %) ist die Aktie eindeutig teuer.

EV/FCF/G fügt Wachstumserwartungen hinzu und ist daher aussagekräftiger als EV/FCF allein, insbesondere für vorhersehbares Gewinnwachstum.


4. EV/FCF/ROE

Da das Wachstum (G) unsicher sein kann, verwenden Analysten manchmal ROE (Eigenkapitalrendite) als Alternative. Die Idee bleibt dieselbe: Ein EV/FCF, das niedriger ist als der ROE, weist auf ein gesundes Verhältnis hin.

Faustregel: EV/FCF ≈ 1 ist attraktiv; 1,5 oder höher ist weniger attraktiv.


5. Die inverse FCF/EV-Beziehung

Genau wie bei K/W, Gewinnrendite verwendet, hier betrachtet man das Gegenteil: FCF/EVvon Free Cash Flow Rendite.

Die FCF-Rendite zeigt die Ausbeute Was Sie beim Kauf zum aktuellen Preis erwarten können. Vergleichen mit Alternativen wird so einfach.


6. EV/FCF/(G+Y)

Mit geringem Wachstum, aber hohem Dividenden PEG verzerrt manchmal. Deshalb verwenden die Leute PEGY = KGV / (G + Y). Die gleiche Argumentation gilt für EV/FCF: EV/FCF/(G+Y).

Dieses Verhältnis kombiniert Wachstumsrate (G) en Dividendenrendite (Y) und vermittelt ein realistischeres Bild von Dividendenunternehmen.


Kurze FAQ

Ist EV/FCF zuverlässiger als KGV – und wann (noch) nicht?

Ja. Der EV umfasst Schulden und Barmittel; der FCF entspricht eher der tatsächlichen Cash-Generierung als dem Nettoeinkommen. Daher liefert EV/FCF oft ein genaueres Bild als das KGV.
Achten Sie auf: Frühwachstumsunternehmen mit (noch) negativem FCF, Turnarounds, stark zyklische Branchen, Jahre mit außergewöhnlich hohen Investitionsausgaben und Banken/Versicherungen (FCF weniger vergleichbar). Verwenden Sie TTM-Zahlen oder einen mehrjährigen Durchschnitt und legen Sie die Messlatte bei ROIC > WACC (Wertschöpfung) fest.

Wie berechne ich den Unternehmenswert (EV) und den freien Cashflow (FCF) in der Praxis?

EV = Marktkapitalisierung + verzinsliche Schulden (LT + KT, inkl. Leasing) + Minderheitsanteile − Barmittel und kurzfristige Anlagen.

FCF (praktisch) = operativer Cashflow − CAPEX (Wartung + Wachstum).
Alternative: Nettogewinn + Abschreibungen/Amortisationen − Veränderung des Betriebskapitals − CAPEX.
Arbeiten Sie mit TTM oder einem mehrjährigen Durchschnitt und normalisieren Sie einmalige Posten.

Was ist ein „guter“ EV/FCF und wann wähle ich Varianten (EV/FCF/G, FCF/EV, EV/FCF/(G+Y))?

Prognose: 20 % teurer (Kontext und Sektor bleiben entscheidend). Achten Sie auf den Trend (nach unten ist positiv).

EV/FCF/G: für vorhersehbares Wachstum; Zielwert ~ 1 (PEG-Logik).

EV/FCF/(G+Y): für geringes Wachstum, aber hohe Dividende; kombiniert Wachstum und Dividendenrendite.

EV/FCF/ROE: Plausibilitätsprüfung; ≈1 ist gesund, viel höher ist weniger attraktiv.

FCF/EV (Rendite): Vergleichen Sie die Rendite des freien Cashflows mit Alternativen (Anleihen, risikofreier Zinssatz).
Negativer FCF? Verwenden Sie andere Kennzahlen und warten Sie auf einen stabilen Cashflow.

Jacques COLLIN


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Dieser Blog dient ausschließlich Bildungszwecken und stellt keine persönliche Anlageberatung dar. Anlagen bergen Risiken, darunter Kurs-, Zins-, Kredit- und Währungsrisiken. Führen Sie stets Ihre eigenen Recherchen durch oder konsultieren Sie einen professionellen Berater.

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