MARKTANALYSE
Relative Stärke bei Aktien: Wohin verlagert sich das Kapital?

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Lesezeit: 6–8 Minuten
Amerika verliert nicht seine Federn – aber das Kapital breitet seine Flügel aus.
Warum diese Analyse jetzt relevant ist
Wer die Aktienmärkte in den letzten fünfzehn Jahren verfolgt hat, konnte die Dominanz der USA kaum ignorieren. US-Aktien erzielten überdurchschnittliche Renditen, getrieben durch Größe, Liquidität und vor allem durch eine kleine Gruppe von Mega-Caps. Man denke an Unternehmen, die so groß geworden sind, dass sie die Wertentwicklung eines ganzen Index verzerren können.
Eine Analyse von relative Leistung Diese Geschichte gewinnt an Nuancen. Nicht in Form einer plötzlichen Wendung, sondern durch subtile Verschiebungen innerhalb und außerhalb der USA.
Solche Veränderungen sind im Alltag selten spektakulär, aber an Wochencharts Sie werden überraschend sichtbar.
Wie liest man Verhältnisdiagramme zwischen ETFs?
In einem Verhältnisdiagramm wird ein ETF durch einen anderen geteilt. Das klingt technisch, ist aber einfach zu interpretieren:
- Steigendes Verhältnis → de Erzähler übertrifft den Nenner
- sinkendes Verhältnis → de Nenner gewinnt an Boden
Wichtig: Hier geht es nicht um die Frage „Steigt oder fällt der Markt?“, sondern um … Kapitalpräferenzen: Wohin fließt das Geld? Die relative Stärke ist ein Grundprinzip der technischen Analyse und kann ein frühes Signal dafür liefern, dass sich die Präferenzen der Anleger ändern.
Im Folgenden betrachten wir sechs Kennzahlen (wöchentlich), die zusammen eine einzige Geschichte erzählen: Amerika bleibt ein Schwergewicht, aber die Anleger werden selektiver und diversifizieren ihre Aufmerksamkeit.
Mega-Caps, Small-Caps, Sektoren und Regionen.
Interne Verschiebungen innerhalb der USA
1) SPY/RSP – Megacap-Konzentration unter Druck
Das Verhältnis des marktgewichteten S&P 500 (SPION) und die gleichgewichtige Variante (RSP) ist ein hervorragender Indikator für die Marktkonzentration. Wenn der SPY den RSP übertrifft, deutet dies in der Regel auf die Dominanz der größten Unternehmen hin.
Langfristig gesehen war der Trend aufwärtsgerichtet, was perfekt zur „Megacap-Ära“ passte. November 2025 Man erkennt jedoch eine deutliche Abschwächung. Das Verhältnis nähert sich dem steigenden gleitenden Durchschnitt an, was darauf hindeutet, dass die Dominanz der größten Unternehmen abnimmt. Dies ist kein Detail: Eine sinkende Konzentration bedeutet oft, dass die Renditen breiter wird auf mehr Anteile verteilt.
2) IJR/SPY – Small Caps zeigen vorsichtige Erholung
Nach dem deutlichen Aufschwung seit 2021 hinken US-amerikanische Small Caps seit Jahren hinter Large Caps her. April 2025 verändert dieses Bild sanft. IJR/SPYDas -Verhältnis bildet einen abgerundeten Boden und notiert über dem gleitenden Durchschnitt.
Dies deutet auf ein erneutes Interesse an Nebenwerten hin. Es ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Anleger neben Größe und Liquidität auch andere Faktoren berücksichtigen. In gesunden Marktphasen beobachten wir häufig, dass Nebenwerte und mittelständische Unternehmen nach und nach in den Markt einsteigen.
3) XLI / XLK — Industrie vs. Technologie (Sektorrotation)
Das Verhältnis der Industriebestände (XLI) und Technologie (XLK) bietet Einblick in die Sektorrotation. Technologie dominierte das vergangene Jahrzehnt, aber die XLI/XLKDas -Verhältnis stabilisiert sich und zeigt Anzeichen von Bodenbildung.
Das ist keine Abneigung gegen Technologie, sondern eher eine Normalisierung Die Erwartungen der Anleger scheinen sich zu ändern. Sie sind offenbar weniger bereit, extrem hohe Bewertungen zu zahlen und zeigen vermehrtes Interesse an Sektoren mit soliden Cashflows und konjunkturabhängiger Ausrichtung. Dieses Muster fügt sich in den allgemeinen Trend ein: weniger einseitiges Investieren in risikoreiche Branchen.
4) SPY/VEU – S&P 500 vs. der Rest der Welt
In den vergangenen fünfzehn Jahren war die überdurchschnittliche Performance US-amerikanischer Aktien im Vergleich zum Rest der Welt deutlich. März 2025 Zeigt dieses Verhältnis Anzeichen für Stabilisierung und Bodenbildung? SPY/VEU notiert wieder über dem gleitenden Durchschnitt.
Das bedeutet nicht, dass die USA plötzlich „schwach“ sind. Es deutet jedoch darauf hin, dass sich andere Märkte erholen und die ausschließliche Betrachtung der USA an Bedeutung verliert. Dies ist relevant für das Portfoliomanagement: Wenn sich die Weltmärkte insgesamt relativ stärken, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Diversifizierung wieder auszahlt.
Externe Verlagerungen außerhalb der USA
5) IEMA / EXSA – Schwellenländer im Vergleich zum EuroStoxx 600
Ein Blick über die USA hinaus zeigt, dass die Schwellenländer schon lange enttäuschen. Zwischen 2009 und 2020 stagnierten sie weitgehend. Von 2020 bis Anfang 2021 gab es eine starke Phase, nach der es wieder bergab ging – erkennbar an einem sinkenden Verhältnis.
Vier Jahre später werden Sie im Diagramm feststellen, dass von halbe 2025 Die Schwellenländer entwickeln sich erneut besser als der EuroStoxx 600. Der gleitende Durchschnitt zeigt nach oben. Und genau das macht ein solches Verhältnis aus: Es verdeutlicht, dass Kapital irgendwoher kommen muss und bereits wieder in die Schwellenländer fließt.
Wer dies weiterverfolgen möchte, kann daraus eine praktische Routine entwickeln: die Kennzahlen vierteljährlich überprüfen und nur bei anhaltender Verbesserung in Erwägung ziehen, EM wieder einen (begrenzten) Platz im Kern- oder Satellitenportfolio einzuräumen.
6) QDV5 / XCS6 — Indien gegen China
Selbst innerhalb der Schwellenländer selbst verlagert sich der Fokus. Jahrelang wurden indische Aktien bevorzugt, während China systematisch gemieden wurde. Ein rückläufiger QDV5/XCS6Das -Verhältnis deutet jedoch darauf hin, dass China gegenüber Indien wieder an Boden gewinnt.
Indien bleibt eine überzeugende Wachstumsgeschichte, aber Chinas relative Stärke seitdem Ende 2024 Das ist bemerkenswert. Das bedeutet nicht unbedingt, dass „China jetzt der neue Favorit ist“, aber es bedeutet, dass es ein Markt ist, den das Kapital wieder ernst nimmt.
Was können Sie als Anleger mit diesen Signalen anfangen?
Verhältnisdiagramme sind keine Kristallkugeln. Aber sie geben etwas Struktur, das sonst vage bliebe: die Richtung des KapitalsMan muss nicht perfekt vorhersagen; man will nur vermeiden, zu lange in einem alten System festzustecken.
- Nutzen Sie Verhältnisse als Frühwarnsystem: Wo werden durchweg bessere Leistungen erzielt?
- Arbeiten Sie mit einfachen Trendfiltern: Verhältnis über einem gleitenden Durchschnitt = „Rückenwind“.
- Dosierung angeben: Eine erneute Wägung muss nicht auf einmal erfolgen; der Aufbau kann etappenweise erfolgen.
- Diversifizieren Sie weiterhin: Wenn sich die Welt erholt hat, wird Diversifizierung wieder wertvoll sein.
Wer dies systematisch anwendet, entwickelt eine Disziplin, die wenig Zeit in Anspruch nimmt, aber dabei hilft, sich an die wechselnden Marktpräferenzen anzupassen.
Fazit: Kein Untergang Amerikas, sondern ein allgemeinerer Aufschwung
Diese sechs Kennzahlendiagramme zeigen keinen Bruch mit der amerikanischen Dominanz. Die Vereinigten Staaten bleiben attraktiv, angetrieben von Größe, Liquidität und Innovation.
Was sich ändert, ist die Richtung des Kapitals. Die Konzentration auf Mega-Caps nimmt ab, Small Caps und Industrieunternehmen gewinnen vorsichtig an Boden, und außerhalb der USA gewinnen sowohl entwickelte als auch Schwellenländer an relativer Stärke.
Amerika verliert nicht die Fassung.
Doch das Kapital breitet seine Flügel aus.
Für Anleger bedeutet dies, dass die klassische Betrachtungsweise „nur USA“ an Bedeutung verliert. Durch die regelmäßige Analyse von Kennzahlen – beispielsweise vierteljährlich – richten Sie Ihr Portfolio nicht an Prognosen oder Erwartungen aus, sondern an den tatsächlichen Kapitalbewegungen. Und genau das macht langfristig den entscheidenden Unterschied.
Lesen Sie mehr: Wer einen praktischen Rahmen sucht, um diese Art von Signalen in eine solide Portfoliostruktur umzusetzen, wird diesen ebenfalls auf unserer Website finden. ein ausführlicher Leitfaden Darin wird Schritt für Schritt erklärt, wie man mit Kern- und Satellitenblöcken arbeitet.
Relative-Stärke-Aktien – Kurzes FAQ
Was genau versteht man unter „relativer Stärke“?
Die relative Stärke vergleicht zwei Märkte, Sektoren oder ETFs. Man sieht nicht, ob der Markt steigt oder fällt, sondern welcher der beiden besser abschneidet und daher Kapital anzieht.
Warum funktionieren Verhältnisdiagramme so gut bei ETFs?
ETFs bilden breit gefächerte Aktienkörbe ab. Dadurch können Sie die Schwankungen einzelner Aktien ausblenden und sich auf die wichtigsten Trends konzentrieren: Regionen, Stilfaktoren oder Sektoren.
Wie oft sollte ich Kennzahlen erfassen?
Für die meisten langfristigen Anleger gilt: vierteljährlicher RhythmusWochencharts ändern ihren Trend selten innerhalb weniger Tage.
Heißt das, ich sollte die USA reduzieren?
Nicht unbedingt. Die Zeichen deuten eher auf Folgendes hin. ErweiterungWeniger Konzentration und mehr Chancen außerhalb der klassischen Gewinner. Die Neugewichtung kann schrittweise und basierend auf Ihrem Risikoprofil erfolgen.
Sind Schwellenländer nicht „zu riskant“?
Schwellenländer sind volatiler und weisen größere Zyklen auf. Genau deshalb ist ein Trend- oder Verhältnisfilter nützlich: Er hilft Ihnen, Fehlkäufe zu vermeiden, nur weil etwas „günstig erscheint“.
Haftungsausschluss: Die Informationen in diesem Blog dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken. Sie stellen keine Anlageberatung dar. Investitionen sind mit Risiken verbunden. Recherchieren Sie stets selbst, bevor Sie finanzielle Entscheidungen treffen.





